So Chronologisch
Ich habe großes Glück mit meinem Host, einem Türken mit Wurzeln auf der Krim (ziemlich ungünstige Mischung dieser Zeit in Russland..), der mitten auf dem "Nevskiy Prospekt" (den ich prinzipiell Levskiy nenne und mich dann wundere) in einer sehr großen Wohnung lebt und die meiste Zeit arbeitet. Der Nevskiy ist sowas wie der Kuhdamm in Berlin, also DIE Straße in der Innenstadt.
Nach meiner Ankunft haben wir ziemlich schnell mit dem Trinken angefangen, zu zweit eine Flasche Wodka (was sonst) zu leeren. Gar nicht mal so klug. Jedenfalls sind wir dann raus, ein erster Rundgang (mein wärmster Aufenthalt im Freien..)
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| Mein Host (Hallo Alex, danke für deine Leihgabe! Wie du siehst, ordentlich in Benutzung ;) ) |
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| "Bloody Church". Näher bin ich ihr nicht gekommen und habe es auch nicht vor. |
Am nexten Tag war natürlich erst mal regenerieren angesagt, danach noch mal raus.
Irgendso Stuff ist das jetzt. Kirchen. (what´s that? - Church. - and that? - church.)
Am Tag drauf war ich dann mit einer Russin (Facebook-Bekanntschaften..) unterwegs, sie hat mir das "Loft Project Etagi" gezeigt. Das hat prompt mein Hipster-Herzchen höher schlagen lassen <3
Dabei handelt es sich wohl um eine ehemalige Fabrik, in der sich jetzt jeder einmieten (?) kann. Essen, Shops, Fotoautomaten, Friseur, Schaukeln (!) und ein supercooles Hostel. Tat mir fast Leid, dass ich einen Host habe. Aber das hätte ich mir locker eh nie geleistet :D
Jedenfalls gab es da endlich mal veganes Essen.
Sehr schön ist hier auch Metro fahren:
Erster Fehler war erst mal prompt, ein Ticket zu verlangen und nicht zu verstehen, dass ich bereits eine Münze zu diesem Zweck bekommen habe.
Das Metro-System ist das tiefste (?) weltweit, wegen der vielen Flüsse hier. Die Stationen kommen noch aus der guten alten Zeit, als man noch Geld für solche Projekte hatte (*hust*):
Danach war ich noch gut 2 Stunden auf einer Hauptstraße unterwegs, aber aufgrund der Kälte gab es keine guten Bilder; stattdessen hat dann irgendwann mein Handy versagt.
Den Tag darauf bin ich eher entspannt angegangen. Ich war nur am Hauptbahnhof um ein Ticket für heute zu holen, aber das war schon Erlebnis genug. Zum einen ist es anscheinend unmöglich, eine Schlafmaske und ein Nackenkissen zu finden (JA, ich habe den Scheiß im Bus aus Deutschland nach Kaliningrad liegen lassen und das ist echt typisch ich.), aber das nur so nebenbei.
Erst war es schwierig, einen Schalter dafür zu finden (in der Bahnhofshalle selbst gab es nur ein kommerzielles Reisebüro, die 300 Rubel pro Vermittlung nehmen. Sie sind wohl verpflichtet das zu sagen, immerhin.
Jedenfalls geht man dann durch den Bahnhof durch, um ein Gebäude rum und steht dann vor einer Halle mit Schaltern. Theoretisch. Das war jedenfalls zu, also nochmal um drei Gebäude rum, bis man denn da ist. Da stehen dann unglaublich viele Leute rum und warten. Ich also auch. Es waren fast alle Schalter geöffnet (immerhin). Ich stand da also 1 Stunde lang rum, bin endlich dran, sage "Guten Tag, ich hätte ger-" - "Nach der Pause!". Also noch mal die 15 Minuten Pause der Dame am Schalter gewartet. Die haben dann übrigens auch alle Mitarbeiter gleichzeitig gemacht, just sayin´. Hinter mir wurde ein Herr der es wohl sehr eilig zum Zug hatte vorgelassen (ich war aber schon dran), der hat ganz schön geflucht, die Jungs die ihn vorgelassen haben, haben wohl schon resigniert. Das Hin und Her mit der Dame war auch nicht so cool, aber Hauptsache Ticket.Mein Zug geht also heute um 22.29 und kommt um 6 Uhr morgens in Moskau an. Herrlich.
Der Ausflug hat mir dann gereicht, ansonsten habe ich meinen ersten Job auf der Reise erfüllt: Einmal Wohnung aufräumen, putzen und Bügeln für 1000 Rubel. (Papa? Guck? Ich arbeite tatsächlich!). Bügeln war nicht so cool und hat länger gedauert als erwartet, aber ich konnte dabei Dexter sehen. Auch gut.
Heute hatte ich dann einen für mich typischen Tage.
Ich wollte auf eine Free Walking Tour (ich liebe das Konzept!), Beginn 10.45. Ich stelle mir also den Wecker auf 9.30, Schlummermodus und auch ansonsten komme ich nicht so in die Puschen. Jedenfalls bin ich viel zu spät los. An der Metro-Station habe ich dann vergessen, wie meine Zielstation eigentlich heißt. Zum Winterpalast, der ist an nem Fluss. Oder so. Dass ich es nicht mehr zur Tour schaffe, war klar. Egal, jetzt bin ich schon unterwegs. Auf der Metro-Karte war ein Fluss angedeutet. Also dahin, logisch. Gibt ja nur einen Fluss in St Peterburg und dementsprechend auch eine Station an einem Fluss (_nicht_). Jedenfalls dahin gefahren, da sah es dann aber eher so aus:
Aber das bedeutet, dass ich dann halt laufe. Mit dem festen Vorsatz, es wenigstens ein Mal bis zum Ende der Hauptstraße zu schaffen und den Winterpalast zu sehen und da dann zu frühstücken (war zwar schon Mittag, aber hey). Ich bin da also durch die Kälte gestapft, habe mich selber angefeuert nur um dann am Ende festzustellen, dass ich da schon zwei Mal war.
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| DAS Endziel: Hermitage/Winterpalast (musst es googeln, ist tatsächlich beides) |
Aber Moment, was ist denn das da vorne? Das muss ich sehen, komme halt gleich wieder. Uhh, spannend. Da gibt es ja auch bestimmt bald was zu essen und aufwärmen (!!). Jedenfalls habe ich mich dann sehr verlaufen und war insgesamt 2 Stunden unterwegs. Bei -26°.
Eine Verkäuferin am Straßenrand war jedenfalls ganz erschüttert und hat sowas noch nie gesehen. Yeah.
Ich bin bei Taxis die ganze Zeit standhaft geblieben (#proud), aber beim Anblick der Metro hätte ich fast geheult vor Freude. Wieder hier hatte ich dann Kopfschmerzen, habe endlich gegessen und wärme mich seitdem wieder auf.
So Allgemeines
St. Petersburger sind echt unfreundlich, Punkt. Sie helfen einem zwar (manchmal und wenn nötig), aber damit hört es auch schon auf. just sayin´.Russen und die englische Sprache? Ob und wie sie beherrscht wird weiß ich leider nicht, aber sie schänden diese auf jeden Fall. Es tut echt weh, Fast-Food-Ketten-Namen und Begriffe wie Businnes in kyrillischen Schriftzeichen in der "original-Aussprache" zu lesen: Sabwai, Starbaks, Bisnis.
Interessant finde ich auch, dass auch offensichtliche Touri-Sachen (gemeinsame Fotos, Touren, etc) nur auf russisch beworben werden. Sogar die 1467 Taxi-Fahrer am Flughafen haben nur auf russisch angesprochen.
Hier gibt es übrigens kein ärmeres Viertel, habe gegoogelt.
Ich habe auch erfahren, dass gar nicht alle mit Hass an den Kommunismus zurückdenken (wie ich gedacht hätte..), sondern dass es sehr von der Region abhing. Generell war es auf dem Land wohl angenehmer, da weniger kontrolliert. Spannend.
So ab jetzt und so
Wie gesagt, mein Zug fährt demnächst (noch Packen und so :O), mein Host in Moskau erwartet mich schon.
Der eigentliche Plan war ja, dass ich aus Moskau den Zug nach Jekatarinenburg nehme, von da nach Novosibirsk, dann Irkutsk und dann halt so Richtung Peking. Bin da jetzt aber echt am Nachdenken, ob ich ab Jekatarinenburg nicht einfach durchfahre. Es ist hier schon so kalt, da sterbe ich einfach. Ich denke, ich mache es von den Wettervorhersagen (die jetzt eher so kalt sagen) und davon, ob ich in Moskau billige, warme Kleidung finde. So wird das nix, und allzu viel Budget habe ich für so nen Kram nicht.
Tja, danke für´s Lesen oder so. Bis denn, ich freue mich über Feedback :)
Und wenn nix mehr kommt, bin ich der russischen Mafia beigetreten. Oder erfroren. Eher letzteres.






















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