Mittwoch, 16. März 2016

China? China!

China... Wo soll ich da nur anfangen?

Der erste Tag..

Mein erster Tag in China war grauenhaft. Meine Freunde werden sich vllt an meine Watsapps erinnern, deren Tenor ungefähr "Warum?! Warum hast du mich reisen lassen?!" war. 
Ich bin gegen 5 Uhr morgens in Peking gelandet und habe mich erstmal für viel zu viel Geld zu meinem Host bringen lassen (Bin ja noch nicht oft genug auf diese blöde Abzocke am Flughafen reingefallen, Neeeiiiiin!). 
Der war immerhin schon wach, aber dafür auch sehr unangenehm: er schmatzte, ließ mich erst nach einer echt blöden Konversation schlafen, schuldet mir Geld und hat mich mehr oder weniger raus geworfen (ungefähr "Das habe ich voll vergessen dir zu sagen, aber ich habe ab Morgen einen anderen Couchsurfer hier und der will dich nicht hier haben"). 
Da er mich zwischendurch quasi ausgesetzt hat (und ich den schlechtesten Orientierungssinn überhaupt habe...), bin ich den ganzen Tag rumgeirrt, bis ich schließlich ein Taxi zurück genommen habe. 
Auch war es einfach unmöglich, eine verdammte SIM-Karte zu finden. Ohne war es nicht mal möglich, W-LAN zu benutzen. Das ist schlecht. Niemand versteht einen. Und als man mich endlich verstehen wollte (mit 7 Mitarbeitern und 5 verschiedenen Übersetzer-Apps), hatte ich meinen Pass nicht dabei war. Kein Pass, keine SIM-Karte. Und ca. 45 Minuten Mühen auf beiden Seiten umsonst. Diese Mühen waren dennoch mein Highlight. 
Dafür habe ich ein sehr günstiges Hostel gefunden, einen so neuen Ableger eines "altgedienten", dass es noch keine Bewertungen hatte und noch nicht ganz fertig war. Also Neu und fast leer. 
Da habe ich dann ein russisches Mädchen getroffen, das hat mich gerettet. Mental und vor der "Was mache ich eigentlich in Peking?"-Krise (ich weigere mich ja noch, mir einen Reiseführer zuzulegen. Inzwischen wanke ich aber schon irgendwie).

Und dann?


Das wird eine "Fortsetzung folgt..."-Geschichte :D
Ihr habe nun also einen Einblick in meine Gefühlslage am Anfang bekommen; jetzt kommt etwas zu allgemeinen Erfahrungen in China und den lieben Chinesen.

Allgemeines so

Der Chinese und das Ausland, Ausländer und andere Sprachen

Etwas, das sich durch meine gesamte Reise zog: Chinesen sind fasziniert von weißen Menschen! Dazu habe ich unzählige Anekdoten.. In den Großstädten geht es, wenn nicht gerade Frühlingsfest ist. Die sind Ausländer gewöhnt, aber die chinesischen Touristen (und die Menschen in kleineren Städten und au dem Land) sind schockiert. 
Sie starren einen offen an, reden über einen und machen mehr oder weniger heimlich Fotos von und/oder zusammen mit einem. Vermutlich wegen dem Seltenheits-Wert, aber auch weil man mit großen Augen und weißer Haut deren Schönheits-Ideal entspricht. Dazu habe ich jedenfalls eine Menge Anekdoten, aber am besten gefällt mir die Folgende:
Ich saß im Zug von Nanjing nach Shanghai und hatte nur einen Stehplatz (übrigens echt nicht empfehlenswert. Echt nicht.), als ich dieses sehr süße, wenn auch sehr schräge Kind sah (ich habe leider kein Bikd davon.. aber es war fett und hatte eine komische Frisur). Ich habe mich mit ihm "angefreundet", denn Kinder feiern einen fast noch mehr als die Erwachsenen. Die Eltern fanden das toll, haben uns fotografiert etc. Als es dann am nächsten Halt voller wurde, boten sie mir einen Platz an, den ich natürlich dankbar annahm. Die Reihe war ja eh frei. Als der Kleine genug von mir hatte, durfte ich sitzen bleiben; als die Mutter mir 2 Cremes in die Hand gedrückt hat. Ich solle doch damit posieren. Kein Ding. Ich habe es zumindest versucht. Ich sah übrigens scheiße aus, konnte das gar nicht und das Licht hätte auch kaum schlimmer sein können. Außerdem hat sie auch Videos gemacht, was sie nicht wusste (auf Anfrage verschicke ich diese vielleicht.. sehr vielleicht.). Beim nächsten Stop jedenfalls stiegen Leute zu, die in der Reihe ihre Sitze hatten. Als ich Aufstehen wollte, wurde mir das ziemlich streng von dem Papa verboten. Der ist stattdessen mit Sohn weggegangen. Wir haben dann WeChat (übrigens die Zukunft!) ausgetauscht, sodass wir dann zumindest etwas kommunizieren konnten. Die Tochter konnte wohl etwas Englisch, hat sich aber wohl nicht getraut, von Angesicht zu Angesicht mit mir zu reden (ist ja auch viel cooler, aus 2m Entfernung zu schreiben). Jedenfalls hat die Mama die Bilder geteilt (sie ist Kosmetik-Vertreterin), die wurden dann widerum geteilt usw. 
Und so bekam ich fürs "Modeln" einen Platz. Nur weil ich weiß bin. 
So sah dann jedenfalls der Repost aus.

Ich habe auch Kosmetik-Behandlungen umsonst bekommen sowie zahlreiche Komplimente. so schräg. Ganz zu schweigen von dem subjektiven Gefühl, dass wir in Restaurants etc  Kunden angezogen haben.
Wir waren / Ich war auch immer in Privat-Haushalten mehr als willkommen und wurde auf´s Krasseste bekocht. Weißer Besuch ist wie eine Art Status-Symbol, man ist stolz darauf. Nur Posieren muss man halt, worauf dann wieder alle in Begeisterungsstürme ausbrechen. So schräg. Später aber mehr dazu.

Auch kann man als Weißer hier locker-easy arbeiten. So ziemlich egal als was. Solange man halbwegs verständlich spricht auch als Englisch-Lehrer. Die Gehälter sind hier auch höher für Ausländer. Promoter muss auch ein cooler Beruf hier sein. (Wenn ich mal länger so mit Visum und so arbeite, dann auf jeden in China, Taiwan o.Ä.)



Englisch ist da auch so ´ne Sache.. Kaum jemand spricht gut Englisch, nur zugeben will es niemand. Am Besten hält man sich da doch an die jüngere Generation, da hat man mehr Glück. Ansonsten gilt: alles aufschreiben lassen (Adressen, "vegetarisch und nicht scharf bitte" und Ähnliches).
Die, die Englisch können, üben aber gerne an dir. Und die, die es nicht können, auch. 
Unglaublich hilfsbereit sind sie aber (meistens) trotzdem! Wenn jemand selbst kein Englisch spricht, sucht er halt auf der Straße nach jemanden oder ruft jemanden an. Das war teilweise schon fast süß.



Der Chinese und das Essen

Überaschuuuuuuung, es gab nicht nur Reis und Hund! Im Gegenteil, wenn ich mit Chinesen Essen war, musste ich meistens extra nach Reis fragen. Und Hund gibt es nur in Sezuan, und selbst da ist eine Diskussion am Laufen. 
Die Chinesen essen am liebsten in großer Runde mit vielen Gerichten. Dabei hat jeder sein Schälchen (ob nun mit oder ohne Reis variiert) und ansonsten greift jeder überall zu. Mit Stäbchen natürlich. 
(Ich bin übrigens sehr stolz darauf, dass zu können. In Europa war ich zu blöd, um das zu lernen)
Dabei natürlich viel Fleisch, aber auch Fisch und Gemüse. Eigentlich von allem viel. Nur klassischen Nachtisch gibt es nicht oft, und die Suppe isst man meistens nach dem, was wir Hauptgang nennen würden. Und scharf, ich kann das ja gar nicht ab.
In China wurde mein Vegetarier-Dasein übrigens eher akzeptiert, obwohl das noch unbekannter ist als in Russland. Aber da war ich halt die liebenswerte, komische Weiße. :D

Traditionellerweise ist es übrigens auch so, das die Hausfrau den ganzen Tag am Herd steht und dann nicht mitisst, sondern sich mit den Resten begnügt. Zum Kotzen. 

Was genau jetzt an Essen cool war, weiß ich leider nicht (mehr). Die Namen hätte ich mir eh nicht merken können; aber es kocht auch jeder anders und jeder mag anderes. Aber ich bin immer gut satt geworden und geschmeckt hat es meistens auch (wenn ich nicht vor Schärfe geheult habe, während der Chinese nichts davon gemerkt hat).

Fotos habe ich auch kaum gemacht; aber die paar teile ich gerne mit euch! 
Meine erste Mahlzeit in China. Und war echt gut, so insgesamt!

Diese Spieße werden da am fließenden Band gegessen. Das ist ein besonderer Apfel. Oder sowas in der Art. Fand ich jetzt nicht sooo geil, einerseits zu süß (wow, wer hätte das bei einer Karamell-Glasur gedacht?!) und die "Äpfel" waren zu weich für mich.


Marktstand. Ich war leider zu geizig für alles, aber sieht trotzdem nett aus.

Das war mein teuerstes Essen, das erste (und einzige in Peking) in einem "richtigen" Restaurant. Sonst war ich eher in Imbissbuden, Kantinen etc.

Das war in der inneren Mongolei (dazu später mal mehr): Schmand (mit seeehr hohem Fett-Gehalt), irgendwelche Körner und Zucker (den ich teilweise vorher entfernt habe) -> sehr lecker, aber auch "mächtig" 

mongolischer Tee und "Käse ohne Milch"(wie die Mongolen den Chinesen Tofu erklären :D ); Vor allem die Kombi ist köstlich. 

Das habe ich fotografiert, um es meinen sich sorgenden Freunden zu schicken ("Wenn sie nix Vegetarisches für dich haben, bringen wir dir Essen! Auch bei 3 Stunden Schnellzug! oder so.")
Omelett mit Pilzen. Ich liebe diese Art Pilze. Ernsthaft.



Manieren

Da sind die Chinesen so ganz anders als wir.. Sie haben bei dem Toiletten-Gang ein anderes Schamgefühl als wir (man könnte auch sagen keines), Schmatzen, Rülpsen etc sind da durchaus normal bis akzeptiert (grauenhaft für meine Nerven!)
Das andere Verständnis von Privatsphäre was Fotos und Taktgefühl angeht habe ich ja schon erwähnt. 
Auch wenn man nach dem Weg fragt: lieber 3 verschiedene Leute fragen; denn man bekommt 2 verschiedene Antworten. Zuzugeben, das man etwas nicht weiß, gilt als eine Art Gesichtsverlust (in ganz Asien soweit ich weiß).


Verkehr/Transport

Die Auto-Fahrer in China sind absolut wahnsinnig! Rot ist eher eine Empfehlung, die Hupe ersetzt Blinker und jeden Menschenverstand. Ich habe die Straße überquert, wenn andere das auch gemacht haben. War besser so. 
Die Taxifahrer sind da eine Klasse für sich. Einer hat mich mal ausgelacht, weil ich mich angeschnallt habe (er hat das meinem chinesischen Bro erklärt.. darauf habe ich das auf mein Deutsch-Sein  geschoben. Nicht etwa auf die Fahrweise.), ein anderer ist so gerast, dass ich mir sicher war, dass meine chinesische Freundin etwas im Sinne von "sie muss schnell zum Flughafen, dann gibt es Trinkgeld!" geschrieben hat. Hat sie nicht. Schlecht war mir davon trotzdem etwas.

Zug fahren ist hingegen sehr entspannt, zumindest der Schnellzug. Der ist auch immer pünktlich. 
Auch das Zug-Ticket kaufen: Ich habe meistens jemanden buchen lassen und demjenigen das Geld gegeben, aber genauso gut kann man sich auch einfach den Zug aufschreiben lassen (oder, wie ich in meinem letzten Tagen erfahren habe: selber bei c-Trip gucken und dem Menschen den Zug da zeigen..) und das Ticket am Schalter zeigen. Zum Schalter muss man nämlich eh, um sich das ticket zu holen (das kann widerum stressig sein.. ich habe einen teuren Zug mal fast verpasst, weil alle Schalter zu hatten und man immer laaaaange ansteht. Schlange stehen ist eh so ein Volkssport.)
Ansonsten gibt es heißes Wasser im Zug, auch bei den günstigen, langsameren. 
Zug fahren ist manchmal sogar schneller als Fliegen, und Fliegen widerum günstiger. Da lohnt sich der Vergleich. Meinen bisher besten Flug hatte ich in China, von Shanghai nach Hongkong: veganes Essen und internationale Filme. Wahnsinn. Normalerweise fliege ich aber auch mit RyanAir und co. :D


Mode, Aussehen und so´n Kram

Das Schönheits-Ideal ist ziemlich klar.. Dünn, so hell wie möglich, große Augen. Dafür tun die Chinesinnen alles. Die haben sogar so Klebstreifen für die Augen, um das "Schlitzartige" weg zu bekommen. Wahnsinn. Das alles bleichend ist, ist dagegen natürlich klar. 
Die meisten sind außerdem obsessed mit Statussymbolen und (sorry) haben keinen Stil. Die sehen dann im Laden einen Ausländer etwas anprobieren und wollen das automatisch und sofort auch.
Dann gibt es aber widerum auch die unglaublich stylishen jungen Menschen, zumindest in den Großstädten. Mädels wie Jungs, aber vor allem die Jungs haben mich da beeindruckt. Die tragen schon (fast alle) Leggins und Shorts. Ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, aber cool. 
(Funfact: in Hongkong konnte man die Einheimischen sehr leicht von den chinesischen Touristen unterscheiden.. Erstere sahen cool aus, letztere nicht. Und die Touris hatten vor allem viele Einkaufstüten; das ist da Volkssport. Luxus-Artikel in HK shoppen.)
Vor allem in Shanghai findet man gut Arbeit in der Mode-Branche und kann sich da austoben (sorry, ich habe mir da ein paar Designer-Freunde angelacht. Hat leider ansonsten keinen Einfluss auf mich), das hat man der Bevölkerung auf jeden angesehen!


Safety

Ich habe mich in China ausnahmslos sehr sicher gefühlt, auf allen Ebenen. Vielleicht wegen der Hemmschwelle, vielleicht weil da Hyper-Kapitalismus herrscht, vielleicht wegen der Kultur. We´ll never know.
Alle waren auf jeden Fall sehr hilfsbereit (ich habe mich wie meistens auf fast jedem Weg verlaufen... Aber sogar da haben die Leute teilweise einfach die Adresse in ihre Navi-App eingegeben und haben mich geführt <3 ) ; und ich habe mich auch Nachts sicher gefühlt. An die Grundregeln habe ich mich aber natürlich trotzdem gehalten ;)


So, um das Ganze noch abzurunden hier ein paar schnieke Bilder; demnächst geht es dann weiter mit allem, was mir noch so einfällt (und ich eventuell gefragt werde) sowie einzelnen Stationen meiner Reise.


Witzige Geschichte dazu: dieses Pulver (ich SCHWÖRE kein Weed, aber eben auch kein gewöhnliches Gewürz) habe ich in Novosibirsk auf der Straße gefunden. Hatte das dann die ganze Zeit in der Jackentasche (auch beim Fliegen..) bis mir das Zeug wieder einfiel. Auf einem öffentlichen Platz mit viel Polizei und dazu passenden Hunden. Meine Freundin hat mich gezwungen, es wegzuwerfen. Schade, das Geheimnis wird für immer ein Geheimnis bleiben.



"Eiskunst-Laufen". Die haben da so ne Art Schlitten oder so. Auch die Erwachsenen. oder gerade die Erwachsenen.

Streetart oder so.



Dazu fällt mir echt nix ein :D


Peking ist, zurecht, berühmt für seine Hutongs <3







Auch so ein Volkssport in China... Einfach mal an öffentlichen Plätzen Line-Dancen 

Verrückt. Und ich war auch noch da.






Bis Bald! Fragen beantworte ich natürlich gerne und so! Übrigens poste ich meistens bei Instagram und Facebook andere Sachen, ich Rebell! #justsayin´


Last but not Least...

I am sooo sorry


Wie ihr sehen könnt, habe ich mich ziemlich nicht mehr gemeldet.. In Russland hatte ich einfach keine Zeit mehr und dann war es soooo unglaublich überraschend für mich, dass man in China nicht bloggen kann. Jaja, kein Plan von nix, aber hauptsache ne Weltreise machen.
Jetzt bin ich jedenfalls auf Lombok, Indonesien. Ich warte darauf, dass meine Bilder in der Dropbox hochladen. Etwas über Indonesien erzähle ich später, auch weil ich in meiner Zeit hier kaum was erlebt habe. Stattdessen gibt es Lektionen über das Leben für mich (aka "nimm bei deinem Hauttyp gefälligst höhere Sonnencreme als 30, wenn du eine Surfstunde über Mittag hast und danach nicht an Sonnenbrand sterben bzw 2 Wochen lang leiden möchtest" und "die Kombi aus zu schnell in die Kurve und Unaufmerksamkeit ist generell eine schlechte Idee; vor allem wenn du eh keine Ahnung von nix hast")
Naja, immerhin bin ich am Leben und habe kaum Ausgaben. #immerschönpositivbleibenauchwenneswehtut

Jetzt geht es jedenfalls weiter, aber ohne detaillierte "Das habe ich gemacht, da war ich"-Berichte. Aus offensichtlichen Gründen ;)


Still Russia

Krasnoyarsk und Irkutsk waren um ehrlich zu sein vor allem auch kalt. Ich hatte tolle Hosts, und in Irkutsk habe ich mir noch mal so richtig gegönnt: Friseur-Besuch (meine wunderschönen und sehr fehlenden türkisen Spitzen sahen gegen Ende echt grausig aus und waren beinahe verfilzt) sowie Pediküre und so Zeug.
Der Flug nach Peking war ok. War halt über Nacht und so. Hier jedenfalls ein paar Bilder.










Dazu muss ich sagen, dass ich unglaublich stolz war, diesen Berg heraufgekraxelt zu sein. Es war unglaublich rutschig, steil und anstrengend. Auch wenn man das hier nicht so sieht ;/ 
Ein Auto hat jedenfalls ca. 10 Minuten und ungefähr Drölf Versuche gebraucht. 




Manches ändert sich hier nie.

Ich bin nicht stolz drauf, aber ich habe es tatsächlich geschafft, den Schlüssel meines Hosts in Irkutsk abzubrechen. Ist Gott sei Dank glimpflich abgelaufen; keine neue Tür. Trotzdem kein Wunder, dass ich von Damir keine Reference bekommen habe.
(Achanti, rate mal, welches Buch das ist! :b)


Eine Art Fazit


Insgesamt fand ich meine Zeit in Russland sehr schön. Es war ein bisschen wie Heimat-Urlaub, vor allem weil ich fließend Russisch spreche (jedenfalls meistens... Und wenn mir nicht gerade DAS EINE Wort, dass mir auf Deutsch und Englisch einfällt, fehlt) und die Kultur ja auch ziemlich ähnlich ist..
So war das ein guter Einstieg ins Reise-Leben. Anders, aber nicht zu überfordernd. 

Die Russen haben ihrer Berichterstattung sei Dank eine vollkommen verdrehte Sicht von der Flüchtlingskrise in Deutschland/Europa.. Aber meistens verliefen die Gespräche ziemlich positiv, ich habe uns würdig und antifaschistisch vertreten. ;)

Ich finde es auch überraschend, dass viele Paare jung heiraten und Kinder kriegen. In Deutschland ist das in unserer Generation nicht mehr so der Fall; zumindest meiner subjektiven Sicht nach.

Ich habe im Nachhinein leider nur eine ungefähre Vorstellung, wie viel Geld ich ausgegeben habe. Aber es war wenig, Couchsurfing sei Dank!

Die Ernährung... Tja, sehr Fleischlastig! Fleisch und Fisch sind da günstiger als Gemüse (Traurig, ich weiß). Dazu gleich ein Geständnis: Ich esse Fisch. Seit Russland, wenn jemand für mich kocht. Ich finde, man muss abwägen, zwischen moralischen Überzeugungen, Bequemlichkeit und Höflichkeit/Respekt. Ich würde nach wie vor jederzeit eine vegane Mahlzeit vorziehen, aber wenn mein Host für mich kocht, esse ich das. Wenn ich kann. Vor Fleisch ekel ich mich, aber Fisch und Meeresfrüchte gehen in einem solchen Fall. Meiner Meinung nach sollte man als Gast Respekt und Höflichkeit zeigen, und in den von mir bereisten Regionen kennt man Veganismus/Vegetarismus einfach noch kaum. Da mache ich keine Schwierigkeiten.

Homophobie. Die Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, hatten kein Problem mit Homosexuellen, Aber das muss nichts heißen.. Fakt ist jedoch, dass ich in Kaliningrad einen offensichtlichen Gay-Club gesehen habe. Just sayin´.

Ich habe genau einen Backpacker in ganz Russland gesehen.. Ein Amerikaner, der in St. Petersburg studiert und auch die Transsib gefahren ist.. Witzigerweise haben wir uns in Irkutsk wieder gesehen, bzw habe ich ihn am Akzent erkannt :D

So ziemlich alle älteren Leute waren von meiner Herkunft (Deutsch? Waaaas?) begeistert und haben mir erzählt, wie toll das Land ist. Oh, und das Auto hier ist ja auch Deutsch! 
Aber das ist vielleicht auch eine internationale Sache..

Die Werbung! Teilweise haben sie noch Plakate im Propaganda-Stil! Ich liebe das! Eines habe ich sogar in der Polizei-Wache gesehen. Da wurde jeder Vorwurf der Korruption abgestritten.. Leider habe ich mich nicht getraut, ein Bild zu machen.

Etwas, was mir in China aufgefallen ist: Ich habe um einiges mehr Russen als Deutsche getroffen. Vielleicht, weil Erstere offener sind, vielleicht wegen dem einfacheren Visum für sie.. Ich weiß es nicht. Fand ich aber überraschend.


Tipps? 

Russisch können. Ernsthaft. Ich weiß nicht, ob ich das Reisen durch Russland jemandem ohne Sprach-Kenntnisse empfehlen würde.. Denn auch bei den jungen Menschen hier sind die Englisch-Kenntnisse meist sehr schlecht; einfach weil die Übung fehlt und der Unterricht da ganz anders aussieht als bei uns. Aber hey, wird schon schief gehen! Im Zweifel einfach alles aufschreiben lassen.
Ich habe alle eine Requests bei Couchsurfing auf Englisch geschrieben, aber explizit erwähnt, dass ich russisch spreche. Zumindest lesen können einige also, schließlich hatte ich überall einen Host ;)
Da eignen sich mMn vor allem Public Trips; da bin ich eh ein Fan von!

Im Winter warm anziehen (jap, ich musste mir was nachkaufen..)

Transsib:
Keine Angst vor der Platzcard (3. Klasse)! Ich bin leider erst spät "umgestiegen"; aber der Komfort geht echt klar. Ok, meistens. Und ich würde möglichst "innen" ein Bett nehmen, da hat man mehr Platz. Unten ist einerseits bequem, andererseits setzen sich da aber auch andere Menschen hin.
In der Transsib auch auf jeden Fall Teebeutel, kaltes Trinkwasser (das "Trinkwasser" da schmeckt grausig) und Essen mitnehmen! Ich hatte Couscous, Tütensuppen (dabei aber bitte auf die Zubereitungsart achten... ich Genie hatte welche dabei, die man 10 Minuten oder länger köcheln lassen muss. #Bravo), Müsliriegel u. Ä. dabei.. 


Ansonsten das Übliche: Spontan, Offen und Neugierig sein - und auf´s Beste hoffen! ;)


Das ist um ehrlich zu sein das, was mir spontan noch so einfällt. Bei Fragen etc stehe ich natürlich sehr gerne zur Verfügung! 



Bis dann!



Mittwoch, 20. Januar 2016

Russland, Transsib und der ganz normale Wahnsinn

Ich bin nun also in Sibirien. Was soll ich sagen? Es ist halt kalt. Verdammt kalt. Ich freue nich schob unglaublich auf Südostasien.
Jedenfalls war ich die letzten Tage in Jekatarininenburg und Novosibirsk und mein Entschluss steht fest: ich komme wieder und fahre dann durch bis nach Wladivostok. Aber definitiv im Sommer. Ich habe auch einfach zu oft gehört "Also im Sommer könnte man hier sooo viel machen / ist es viel schöner". Also Beweise müssen ran.

Jetzt bin ich aber auf dem Trip, und das ist und wird auch im Winter awesome!

Jekatarinenburg

In Jekatarinenburg war ich ein paar Tagem habe aber leider quasi nix von der Stadt gesehen, War stattdessen im Zoo (Hey! Ich habe nix bezahlt - und nie wieder!), im Museun und Skifahren. 
Ich habe bei einer Familie bestehend aus Mutter, deren Großmuttter, Vater und Kind gewohnt, Meine eigentlichen Hosts waren anfangs von mir überfrordert, aber das legte sich schnell. Und die Omi fand meine deutsche Abstammung super (sourry) und hat mich die ganze Zeit gefüttert :D
Mein persönliches Highlight war ein leider etwas missratener Museumsbesuch: wir wollten in das Jendelze-Museum, da fand zu der Zeit ein Konzert mit freiem Eintritt statt; aber für das Museum an sich waren wir zu spät. Also sind wir einfach hoch gefahren und sind durch halbfertige Büros etc spaziert.
Spannend war auch mein erstes "Auf-Skiern-Stehen". Ich war wirklich schlecht und schnell frustriert, aber mich hat der Ehrgeiz gepackt.Irgendwann mal kann ich das...

Das ist..Ähem.. gute Frage. Also, an dem Ort, der vorher da war, wurde die Zarenfamilie erschossen. Die Konnmunisten haben das Ding zerstört (angeblich weil die Queen den Wunsch geäußert hat, die letzte Ruhestätte ihrer Verwandten zu besuchen. Darauf kam der Eilauftrag aus Moskau, das Ding sofort zu besuchen, Das meinte zumindest Xenias Papa, das Internet sagt, dass man einfach einen Pilgerort verhindern wollte, We´ll never know.), später wurde haltt ´ne Kirche hingebaut. Gibt´s ja so wenig von.

Ich liebe Sovjet-PR <3 
Die heutige Werbung hier ist übrigens kau besser.






Die ganze Gang, inklusive meines Ski-Lehrers (xenias Papa)


Blick aus dem 7. Stocks des Museums




#toocoldtobepretty










Ja man. Ich bin einfach ein verdammter Koala <3


Novosibirsk

Ich muss zugeben, auch da habe ich eher wenig gesehen. Es ist einfach zu kalt um "let´s go get Lost" zu spielen. Ich war bei einem zauberhaften Päärchen, aber am besten gefallen hat mir defintiv ihr Haus: so wie man es sich vorstellt; herrlich verranzt und komplett aus Holz.
Ansonsten... Sehr rutschig da. Also, SEHR. Ich bin den einen Ausflug 5x gefallen und bin sonst wie ein Pinguin gelaufen. 



DAT Haus <3

Der Lenin.. Kostja, mein Host, hat mich gefragt ob ich Lenin kenne, Als ich meinte, ich hätte mal von ihm gehört, ist er etwas eskaliert. Bis ich ihm geschworen habe, dass das ein Scherz war.




Auch hier wieder schöne Metro-Haltestellen. Ein andere Kostja meint das läge daran, dass die Leute durchschnittlich 10 Jahre lang auf die Stationen warten und da deswegen alles Herzblut und Geld fließt.




Fahren mit der Transsib

Das ist eigentlich recht entspannt. Naja, eigentlich. Ihr wisst schon. Wenn man selber zeitig kommt. Und die Zugbegleiterinnen ihren Job machen. Manchmal kann man sogar schlafen, Und die Leute sind meistens auch nett (vor allem Ivanm dessen erste ausländischer Kontakt ich war. #makingnewfriends).
Platzcard ist vom Komfort her zu ertragen. Leider traue ich mich nicht Fotos davon zu machen, die Leute finden mich eh komisch,
Preislich war auch alles ok, bis  ich Irkutsk - Peking buchen wollte. Die Dame am Schalter war so freundlich und hat ihre vorgezogene und verlängerte Pause für uns unterbrochen. Nicht selbstverständlich, schließlich waren wir 15 davor schon da und haben somit nur eine halbe Stunde gewartet! Wahnsinn, diese Kulanz.
Jedenfalls macht die mir so mein Ticket und verlangt 21.000 bla Rubel. Das sin über 200 Euro. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. So viel Geld hatte ich weder  dabei noch überhaupt in Rubeln. Ende vom Lied: ich fliege. für 85 Euro plus 20 Euro Gepäck (die ich dummerweise noch nicht mitgebucht habe). Erscheint mir etwas sinniger und ich habe 2 Tage mehr.

Hier noch ein paar Ausblick-Bilder, aber das ist eher so low.Der Zug fährt halt und die Scheiben sind entweder beschlagen oder am Schmelzen (bzw das Wasser auf der Scheibe- ihr wisst, was ich meine!)












Gerade bin ich (spontan) in Krasnoyarsk; mal sehen was ich hier norgen so finde und fahre dann weiter nach Irkutsk. 
Ihr hört von mir ;)